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Dieses Meisterschaftsendspiel wird der ersten Herrenmannschaft der SG Einheit Stendal wohl lange in Erinnerung bleiben.

Nicht nur der Erfolg alleine bleibt prägend, gerade auch die Art und Weise, wie der bis dato ungeschlagene Ligaprimus 1. Mitteldeutsche Racket und Ballclub in eigener Halle bezwungen wurde, schien auch bei den Gastgebern Eindruck hinterlassen zu haben. „Wir mussten uns heute einem sehr starken Team beugen, das immer einen Schritt voraus war“, verriet Gastgeber-Trainer Cheang Ill-Airas Kim lobend.

Diese Aussage stützt auch die Chronologie des Endspiels, die mit einer starken ersten Einzelrunde von Ingo Mohme und Martin Hólis begann. Rasch diktierte Mohme das Spielgeschehen gegen seinen laufstarken Kontrahenten Antonio Sisko mit seinem gewohnt druckvollen Grundlinienspiel. Vorwiegend stellte sich der Tempowechsel zwischen druckvollen Vorhandschlägen und präzise geschlagenen Slice-Bällen auf der Rückhand als das entscheidende Erfolgsrezept gegen den Berliner Youngster heraus, der sich 2:6 und 3:6 geschlagen geben musste. Zeitgleich ging das Einzel von Martin Hólis und Boris Melamed in den Entscheidungssatz, der im Match-Tiebreak ausgespielt wurde, nach 1:1-Unentschieden in den Sätzen.

Der tschechische Gastspieler zeigte sich im „Elfmeterschießen des Tennissports“ standhaft und darüber hinaus sehr variabel bei eigenem Aufschlag, während sein Gegenüber mit der eigenen Nervosität haderte und leichte Fehler produzierte. Hólis nutzte die Schwächephase aus und triumphierte mit 6:2,3:6 und 10:4.

„Die Erfolge von Martin und Ingo spielten uns in die Karten, da die Gastgeber nun im Zugzwang waren“, so Seeber mit Blick auf die zweite Einzelrunde. Dies merkte man auch dem Spiel der Hallenser Nummer eins, Eldin Balic, an. Der gebürtige Berliner bot gegen Einheit-Spieler Frantisek Sysel mit Spielbeginn offensives Grundlinienspiel auf und versuchte die Ballwechsel zu dominieren. Sysel nahm die offensive Grundausrichtung seines Kontrahenten an und konterte aus der Defensive heraus. Ein erfolgsversprechendes Rezept, das gepaart zu den stabilen Aufschlagsspielen einen 6:3,6:4-Erfolg Sysels darstellte.

Drei Einzel, drei Siege. Der Einheit-Kapitän Michael Seeber hatte es nun selbst in der Hand, die Sensation perfekt zu machen. Doch zunächst stockte das Spiel des 29-Jährigen, der gegen die unorthodoxe Spielweise von Anton Klimek kein probates Mittel fand und damit den ersten Satz mit 5:7 abgeben musste. Gleichwohl packte sich Seeber an die eigene Moral und kämpfte sich im zweiten Satz zurück, so dass der Match-Tiebreak über die vorzeitige Titelvergabe entschied.

Beim Stand von 8:8 war die Anspannung mehr als greifbar, bei Seeber selbst, wie auch bei seinen mitfiebernden Teamkollegen. Diese fiel mit dem Punktgewinn Seebers etwas, der ein langes Slice-Duell von der Grundlinie für sich entschied. Matchball Seeber, Matchball Einheit Stendal und Matchball zum Titelgewinn. Der Mannschaftsführer nahm sich bei eigenem Aufschlag nochmals Zeit und atmete tief durch, ehe er den kommenden Ballwechsel zum 10:8-Erfolg unter tosendem Applaus seiner Mitstreiter für sich entschied und damit die Meisterschaft perfekt machte. Die abschließenden Doppel wurden nicht mehr gespielt, da die Einzel das vorgebenene Zeitfenster überschritten.

„Wir werden heute einfach nur feiern“, so ein freudestrahlender Michael Seeber.

1.Mitteldeutscher RB – Einheit Stendal 1:5

Einzel: Balic – Sysel 3:6, 4:6 ; Melamed – Hólis 2:6,6:3, 4:10 ; Klimek – Seeber 7:5, 3:6, 8:10 ; Sisko – Mohme 2:6, 3:6

Doppel: nicht gespielt.