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Bekanntlich ist die letzte Hürde vor einem Ziel immer die Schwierigste. Scheitert man an dieser, erhält der Gegner die unverhoffte Chance dem Führenden auf den letzten Metern den Sieg doch noch streitig zu machen. Diese Chance bietet sich nun dem derzeitigen Zweitplatzierten Rot-Weiß Dessau nachdem die Herren der SG Einheit, durch das 3:3 Unentschieden gegen den SV Lok Blankenburg, an der letzte Hürde ins Straucheln geraten.

Dabei gelang dem Team um Mannschaftskapitän Michael Seeber zunächst ein optimaler Start in die Begegnung. Stefan Reichert, der an Postion vier für die Stendaler aufschlug, brachte seine Farben nach einem ungefährdeten 9:2 Sieg gegen Thomas Eckert schnell mit 1:0 in Front. Besonders durch sein sehr solides Grundlinienspiel zog er seinem Gegenüber, nach anfänglicher Nervosität, schnell den Zahn. Zeitgleich kämpfte Michael Seeber gegen Stephan Sterzik um den zweiten Stendaler Einzelpunkt. Beide Spieler hielten zunächst souverän ihre Aufschlagspiele. Doch beim Stand von 3:3 Spielen wankte das Aufschlagsspiel des Blankenburgers. Micha sichert sich durch einen Vorhandwinner gleich drei Möglichkeiten zum Break. Nachdem Sterzik zwei Breakbälle rasch abwehrte, nutzte der 27 jährige den dritten Breakball zum 4:3. Mit dem Break im Rücken ließ Micha, speziell bei seinen Aufschlagsspielen, nichts mehr anbrennen und gewinnt am Ende mit 9:5.

Nun ruhten die Hoffnungen auf Carsten Zeihn und Thomas Schumacher den wohl möglich vorentscheidenden dritten Einzelpunkt einzufahren. Doch besonders bei Carsten stellten sich die Hoffnungen schnell wieder ein. Ein stark aufspielender Christopher Eckert bot gerade in der Anfangsphase der Begegnung sein bestes Tennis auf. Nach fünf Spielverlusten in Folge fing sich Carsten und kam bis auf 4:6 heran. Da er im darauffolgenden Spiel einen Spielball zum 5:6 nicht verwerte und somit noch das Spiel zum 4:7 abgab, brach der Wiederstand des gebürtigen Tangerhütters endgültig. Alles schaute nun gebannt auf das Spitzeneinzel zwischen Thomas Schumacher und Christian Kluge. Dabei gelang es dem aufschlagstarken Thomas seinen Duellanten gleich im ersten Spiel den Aufschlag abzunehmen. Doch auch Thomas besaß Probleme mit seinem Aufschlag und kassierte postwendend den Ausgleich. Nachdem ihm ein erneutes Break zum 4:3 gelang, besaß er die Chance, den Vorsprung bei eigenem Aufschlag auszubauen. Jedoch ließ er auch diese Möglichkeit ungenutzt und verlor sogar die folgenden vier Spiele zum 4:7. Zwar verkürzt Thomas noch auf 6:7, doch die 60 Minuten Spielzeit waren danach abgelaufen.

Die Doppelspiele mussten die Entscheidung bringen. Da die Rolandstädter gezwungen waren beide Doppel gewinnen zu müssen, fiel die Entscheidung über die Aufstellung äußerst schwer. Nach reiflicher Überlegung entschied sich das Team für Schumacher/Fester im ersten Doppel, die Hoffnungen im zweiten Doppel ruhten auf Seeber/Reichert. Das Duo Micha/Stefan hielt in der Anfangsphase noch dem Druck der starken Paarung Kluge/C.Eckert stand, jedoch mussten sich beide in der Folgezeit der klaren Überlegenheit der Blankenburger mit 3:9 beugen. Im Spitzendoppel zeichnete sich mit Spielbeginn ein enger Spielverlauf ab. Nachdem Thomas/Andi Breakbälle in der Anfangsphase abwehrten, sicherte sich das Zweiergespann bei Aufschlag Sterzik das Break zum 4:3. Diesen Vorteil gaben beide nicht mehr aus der Hand und triumphierten mit 9:7 gegen Beilecke/Sterzik.

Nun richten sich die Blicke der Einheit Herren nach Dessau, die zwar wie unsere Herren zwei Minuspunkte besitzen, doch das bessere Verhältnis bei den Matchpunkten aufweisen. Daher reicht den Dessauern ein Sieg beim Tabellenvorletzten aus, um den gewonnenen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich zu verteidigen. Nichtsdestotrotz können die Herren der SG Einheit Stendal auf eine sehr erfolgreiche Wintersaison zurückblicken, in der sie ungeschlagen blieben und einige überraschende Erfolge feierten.

Maximilian Pefestorff